Wofür stehen wir?

Ökologische Denkansätze, verbunden mit einer gesunden Portion Pragmatismus und einer Orientierung am finanziell Machbaren – mit dieser Formel könnte man das Profil der Weingartener Bürgerbewegung skizzieren.

Seit knapp fünfundzwanzig Jahren ist die WBB unabhängig von den Festlegungen der großen Parteien im politischen Terrain Weingartens fest verwurzelt und derzeit mit vier Gemeinderäten als zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat vertreten. Kommunale Selbstverwaltung ist für die WBB keine leere Worthülse, sondern Chance zur Gestaltung des örtlichen Miteinanders und Verpflichtung zugleich: Mit einem aufmerksamen Blick auf das Gemeinwohl stellt sich die WBB in den Dienst der Gemeinde Weingarten.

Zentrale Aufgabe der Politik ist das Ausbalancieren unterschiedlicher Interessen. Dabei dürfen nach Ansicht der WBB die Schwächeren und alle, die sich nicht lautstark artikulieren können, nicht zu kurz kommen. Ein zentrales Anliegen der WBB ist es daher, den öffentlichen Raum als Stätte der Begegnung und der Kommunikation wieder denjenigen zurückzugeben, denen er eigentlich gehört – FußgängerInnen, RadfahrerInnen, Familien, Kindern und älteren Menschen. Neben der Sorge um den öffentlichen Verkehrsraum stehen derzeit vor allem die finanzielle Konsolidierung des Gemeindehaushalts, Biotopvernetzung, Schutz der Gemarkung und ihrer Böden vor Fremdstoffeintrag, Minimierung des Flächenverbrauchs und der Ausbau der Gemeinschaftsschule auf der Agenda der WBB. Daneben spielen nach wie vor die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Willensbildungsprozesse, Stärkung des bürgerlichen Engagements und der politischen Kultur eine wesentliche Rolle.

Zur Geschichte der WBB

Die Weingartener Bürgerbewegung (WBB) wurde in den ersten Wochen des Jahres 1994 als freie und unabhängige Wählervereinigung gegründet. Damals war nicht nur der Unmut der BürgerInnen über politische Entscheidungen des Gemeinderates fast mit Händen greifbar, sondern die Gemeinde Weingarten stand in Folge einer mangelnden Kostenkontrolle und übermäßigen Kreditaufnahmen kurz vor einem finanziellen Kollaps.

In der WBB fanden sich zu Beginn rund zwanzig Gleichgesinnte zusammen, die dem forcierten Wachstumskurs der Gemeindeverwaltung und des damaligen Gemeinderates künftig eine moderate und qualitative Entwicklung entgegensetzen wollten. Die Intention war, und ist es bis heute, den Charakter Weingartens als eine dörflich geprägte Gemeinde zu bewahren. Durch die Konzentration auf die gemeindlichen Kernaufgaben sollte zudem der Gemeindehaushalt für die nächsten Generationen zukunftsfähig konsolidiert werden.

In einem Umfeld allgemein sinkenden politischen Interesses gelang es der WBB, die Zahl ihrer Mitglieder seit Gründung auf mittlerweile weit über 100 zu steigern. Im Gemeinderat ist sie ebenfalls seit 1994 mit einer kontinuierlich an Stärke zunehmenden Fraktion vertreten.

Wahlergebnisse der WBB in den Gemeinderatswahlen seit 1994