Stadtbahnumfrage der Weingartener Bürgerbewegung

Deutliches Votum von 60% pro Hauptbahnhof!

 

Auf hervorragende Resonanz stieß die Befragung der Stadtbahnnutzer durch Vertreter der Weingartener Bürgerbewegung (WBB). Nachdem die BNN Anfang Juni über bevorstehende Gespräche zwischen Landrat und Bürgermeister sowie „notwendigen Entscheidungen noch vor der Sommerpause“ berichteten, sah sich die WBB spontan veranlasst, die eigentlich Betroffenen Bahnfahrer zur künftigen Linienführung der Stadtbahnen aus Richtung Bruchsal direkt am Weingartener Bahnsteig zu befragen.
„Wir sind überwältigt von der Resonanz, die wir für unseren Einsatz vor Ort erfahren haben“, so der WBB-Fraktionsvorsitzende und Freie Wähler-Kreisrat Timo Martin, der mit seinen Mitstreitern Steffen Grützmacher, Matthias Görner und Hans-Martin Flinspach die Umfrage durchführte.
Knapp 300 Bahnfahrer wurden per Flyer über die Thematik informiert, davon hat eine stattliche Anzahl von 211 Personen namentlich ihr Votum abgegeben. „Damit sei das Ergebnis sehr repräsentativ und ein Stück weit für die politisch Verantwortlichen bindend“, so die Vertreter der WBB. Diese Listen werden nun der Gemeinde- und Kreisverwaltung zugespielt, mit der Bitte um deren Berücksichtigung bei den anstehenden Entscheidungen.
Das Ergebnis:
59,24% sprechen sich klar für die Beibehaltung der jetzigen Fahrwege Richtung Hauptbahnhof Karlsruhe aus, 34,6% wünschen sich eine Direktverbindung in die Karlsruher Innenstadt. Lediglich 6,16% der Befragten können beiden Varianten etwas abgewinnen. Die Interviews wurden zu unterschiedlichen Zeiten durchgeführt, auffällig sind die unterschiedlichen Ergebnisse zwischen dem Pendlerverkehr morgens zwischen 5.30 Uhr und 9.30 Uhr sowie über die Mittagszeit (11-14 Uhr). Hier spricht sich eine Mehrheit von 62,5 % für die Innenstadt aus. Dieser Personenkreis bestand vornehmlich aus sich nicht in Eile befindlichen Wanderern, Einkaufsbummlern oder Touristen. Mehrfach wurde der Vorschlag geäußert, vielleicht beide Varianten zu prüfen. So könnten zu Pendlerzeiten der Hauptbahnhof und zu Nebenzeiten oder gerade am Wochenende die Innenstadt angesteuert werden.
Die Hauptbahnhofbefürworter begründeten ihr Votum häufig mit den bestehenden guten Umsteigemöglichkeiten in Durlach (zumindest stadteinwärts), sowie weiter entfernte Pendlerziele Richtung Pforzheim, Ettlingen und Rastatt. „Das Bahnfahren sei durch die Dauerbaustellen auf der A5 und A8 zeitlich deutlich attraktiver geworden“, so ein Pendler aus dem Bruchsaler Raum. „Durch eine Innenstadtführung würde der zeitliche Vorteil wieder eingebüßt“ war ebenfalls ein mehrfach geäußerter Kommentar. Weitere Erkenntnis sei eine stattliche Anzahl von Bürgern aus Stutensee-Staffort, die regelmäßig die 121er Buslinie nutzen und zu 100% die Direktanbindung an den Hauptbahnhof befürworten.
Zum Service des KVV gab es vereinzelte Rückmeldungen. Ein ungepflegtes Bahnhofsumfeld, rücksichtsloses Fahrgastklientel und komplizierte Fahrkartenautomaten mindern die Attraktivität des ÖPNV, gerade am Wochenende und bei Nachtfahrten. Ein großer Wunsch äußerten die Befragten hinsichtlich der Errichtung eines Abfahrmonitors in Echtzeit, so wie es in Karlsruhe zum Standard geworden ist. „Gerade auf einer Bahnstrecke komme es häufiger zu Verzögerungen, die Informationen können so kundenfreundlich zeitgemäß angezeigt werden“, so ein leicht entnervter Jahreskarteninhaber.
Die Vertreter der Bürgerbewegung sind nun gespannt, in welchem Rahmen die kommunalen Gremien bei den weiteren Entscheidungen eingebunden werden und bewerten ihre kurzfristige Aktion jedenfalls als Erfolg für die Bürger.

WBB-Pressemitteilung-Stadtbahn_20.06.2017

BNN_21.06.17_Stadtbahnumfrage-Hartdtausgabe

BNN_21.06.17_Stadtbahnumfrage-Regional-Bruchsal