Lesenswerte Broschüre zu Thema „Fußverkehr“ aus dem Ministerium für Verkehr Baden Württemberg

„Fußgänger schützen, Radwege ausbauen, Parkraum ordnen“ – mit dieser zentralen Formel setzte die WBB in den Kommunalwahlen im Jahr 2014 die Situation der schwächeren Verkehrsteilnehmer in den Vordergrund ihrer politischen Zielvorgaben und wies auf einen erheblichen Verbesserungsbedarf der Alltagsrealität von Fußgängern, Radfahrern, Kindern und Senioren sowie auf die einseitige Ausrichtung der Verkehrspolitik auf die Bedürfnisse des PKW-Verkehrs hin.  Beinahe fünf Jahre, mehrere Anträge und zahlreiche Diskussionen später hat sich zwar an der Lebenswelt der nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer noch nichts gebessert, doch immerhin unterstützen mittlerweile auch andere Fraktionen einen Teil der Zielsetzungen der WBB. So steht die FDP einem Einstieg in eine Bewirtschaftung des öffentlichen Parkraums aufgeschlossen gegenüber, die CDU sieht einen deutlichen Mangel an öffentlichem Parkraum in der Ortsmitte und möchte einen Verkehrsplaner mit einer grundlegenden Neukonzeption insbesondere des ruhenden Verkehrs beauftragen. Eine solche Vorgehensweise wird von einer deutlichen Mehrheit im Gemeinderat befürwortet, konnte jedoch trotz entsprechender Beschlussfassung aufgrund Personalmangels im Rathaus noch nicht weiter verfolgt werden.

Unerwartete Unterstützung erhielten die Positionen der WBB von prominenter Seite: Ausgerechnet zur Verabschiedung des Haushaltsplans am 29.Januar 2018 fanden die Fraktionen auf ihren Ratstischen im Bürgersaal eine Broschüre des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg mit der Überschrift „Fußverkehr – sozial und sicher – ein Gewinn für alle“. In seinen einleitenden Worten unterstreicht der Minister für Verkehr Winfried Hermann das Ziel der Landesregierung, die Bedingungen für das Zufußgehen für alle Menschen im Land zu verbessern, und er führt weiter aus: “Wo dem Fußverkehr eine angemessene Rolle eingeräumt wird, steigt die Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort. Einzelhandel und Gastronomie profitieren, wenn attraktive Bereiche zum Flanieren und Verweilen entstehen. Der Wert der Immobilien steigt und damit auch die Bereitschaft der Hauseigentümer, in ihre Gebäude zu investieren.“ Auf über fünfzig Seiten folgen alsdann eine breit angelegte Analyse der Hindernisse und Benachteiligungen, mit denen der Fußverkehr im Land konfrontiert wird, ein Plädoyer für die Förderung der natürlichsten Fortbewegungsart des Menschen sowie eine ganze Reihe gelungener kommunaler Planungen und städtebaulicher Lösungen im Südwesten Deutschlands. Da hoffen wir doch sehr, dass solche Erkenntnisse nicht ungelesen in irgendwelchen Schubladen verschwinden, sondern in nicht allzu ferner Zukunft die Botschaften aus Stuttgart auch in Weingarten wahrgenommen werden und nicht weitere Fußwege dem parkenden Verkehr geopfert werden, sondern im Gegenteil Verweil- und Aufenthaltsqualität wieder in den Fokus von Planern und Entscheidern rücken.

Die Broschüre kann  unter poststelle@vm.bwl.de  angefordert oder als PDF heruntergeladen werden. Die Lektüre ist interessant und kurzweilig und kann allen Interessierten nur wärmstens empfohlen werden.