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Gut Ding braucht Weile!

Seit der vierten Kalenderwoche des Jahres 2018 ist Weingarten um eine ganz besondere Sehenswürdigkeit reicher. Dort, wo einst unser altehrwürdige Tabakschopf stand und in den Spätsommermonaten würziger Duft die Luft erfüllte zieht nun eine überdimensionierte Werbeanlage die Blicke der Anwohner und Passanten auf sich. „Wir planen hier in Abstimmung mit den örtlichen Entscheidungsträgern der Kommune Weingarten Wohnungen und Reihenhäuser“ verkündet frohgemut die Überschrift, weitere Details folgen: 14 Reihenhäuser und 42 Wohnungen sollen auf einem Areal entstehen, das baurechtlich bisher Mischgebietsqualität hat und somit zur Realisierung des angekündigten Vorhabens eines Bebauungsplanänderungsverfahrens bedarf. Da die Liste der zur Bearbeitung anstehenden Verfahren in den vergangenen Jahren eher länger als kürzer geworden ist, hat der Ausschuss für Umwelt und Technik in seiner Sitzung am 15. Januar 2018 eine Priorisierung durchgeführt. Selbstverständlich wurde dabei aus Gerechtigkeitsgründen auch die Wartezeit der einzelnen Vorhaben berücksichtigt  und das Areal „Tabakschopf“ als relativ neu hinzugekommene Fläche auf das Jahr 2019 verschoben.

Die Botschaft der Werbeanlage ist daher je nach Gefühlslage als zu optimistisch, als naiv oder als dreist einzustufen. Grundstücke und Wohnungen zum Kauf anzubieten, ohne dass die „örtlichen Entscheidungsträger“ überhaupt einen Aufstellungsbeschluss für ein Änderungsverfahren gefasst haben, kann eigentlich nur Verlierer produzieren. Und natürlich geht es wie immer mal wieder um das liebe Geld – ein Grundstück soll von einem Bauträger mit einer maximal möglichen Nutzung vermarktet werden, die Gemeinde nickt ab und kümmert sich anschließend um die Kinderbetreuung, Spielplätze, Schulräume und Freizeitmöglichkeiten für ein überverdichtetes Baugebiet ohne jegliche Aufenthaltsqualität. Da werden Erinnerungen wach an ein Freibadgelände, bei dessen Bebauung ein „Entwickler“ die Gemeinde an der Nase herumführte und die ursprünglich vorgesehen Anzahl der Wohneinheiten mit der Formel „2,5 Millionen plus X“ nach oben trieb. Ohne verfrühte Festlegungen und Zusagen wird daher die WBB einem ordentlichen Bebauungsplanänderungsverfahren gelassen entgegensehen, um zu gegebener Zeit die verschiedenen Ziele wie Wirtschaftlichkeit, Verträglichkeit mit der Umgebungsbebauung, Verkehrserschließung und städtebauliche Qualität sorgfältig miteinander abzustimmen. Soviel Zeit muss sein.

Stellungnahme der WBB-Fraktion zur Haushaltsverabschiedung am 29. Januar 2018

Bei Abwesenheit zweier Gemeinderäte wurde der Haushaltsplan mit 13 Ja- und 4 Neinstimmen aus der WBB-Fraktion mehrheitlich verabschiedet. Die große Mehrheit der WBB-Gemeinderäte war nach zahlreichen Vorankündigungen und Hinweisen in den zurückliegenden Jahren beim besten Willen nicht mehr dazu in der Lage, ein Finanzgebaren und einen politischen Kurs zu unterstützen, der durch die Attribute Ausgabensteigerungen, mangelnder Konsolidierungswille, Ignorieren der Hinweise der Gemeindeprüfungsanstalt und permanente Verstöße gegen die rechtlichen Grundlagen der Gemeindeordnung nur bruchstückhaft charakterisiert wird. Die Stellungnahme und Begründung unserer Ablehnung wird sobald als möglich in unsere Homepage eingestellt werden, und ich würde mich freuen, wenn eine große Mehrheit unserer Mitglieder den konstruktiven und zugleich kritischen Kurs der WBB teilen und unterstützen kann. Gerne sind wir als Vorstands- oder Fraktionsmitglieder auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Vorfeld der Bürgermeisterwahl, bei einem Politespresso oder in einem persönlichen  Gespräch oder Telefonat dazu bereit, die Gründe unserer Ablehnung vertieft darzulegen. Spürbar wurde am gestrigen Abend jedenfalls, dass Politik ihre gestalterische Kraft verliert, wenn es nur noch ein Ja und kein Nein mehr gibt, und dass das politische Interesse mehr und mehr schwindet, wenn keine Profile, Standpunkte und Positionen mehr wahrnehmbar sind.

Aufzurufen ist die Haushaltsrede unter folgendem Link: Haushaltsrede 2018

Bodenschutz- und Anti-Littering-Aktion der WBB am Samstag, den 18. November 2017

Die schleichende Gefährdung unserer Ackerflächen und Böden durch Fremdstoffeintrag und Vermüllung war schon häufig Thema in den Veröffentlichungen und in der politischen Arbeit der Weingartener Bürgerbewegung. Den Worten sollen nun am kommenden Samstag, den 18. November endlich Taten folgen. In einer gemeinsamen Aktion wollen wir zusammen mit Unterstützung durch Freunde und Helfer die Ränder der vom Ort ausgehenden landwirtschaftlichen Wege säubern und gleichzeitig den Grad der Belastung dokumentieren. Unser freiwilliger Einsatz beginnt um 09.30 Uhr am Weingartener Bahnhof (Westseite) und soll rund zwei Sunden dauern, zum Abschluss gibt es einen kleinen Imbiss. Wir laden zu dieser gemeinschaftlichen Aktion herzlich ein und freuen uns auf Unterstützung durch motivierte Helferinnen und Helfer

Auf den Spuren des Walzbachs – Herbstwanderung der WBB

Unter dem Motto „Wo kommt denn unser kleiner Walzbach her“ veranstaltet die Weingartener Bürgerbewegung am Sonntag, den 22.10.2017 ihre diesjährige Herbstwanderung und lädt hierzu alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder und Freunde ein. Wir fahren mit der Stadtbahn um 09:45 Uhr nach Dürrenbüchig, marschieren dann zunächst zur Walzbachquelle (Hungerquelle) und folgen anschließend dem Lauf unseres Baches über Wössingen und Jöhlingen bis ins Weingartener Oberdorf. Ein gemütlicher Abschluss der Wanderung findet ab ca. 16:30 Uhr in der Gaststätte „Chalet“ im Oberen Vogelpark statt. Die Gesamtdistanz beträgt 15 Kilometer. Wegen der begrenzten räumlichen Kapazitäten bitten wir um eine frühzeitige Anmeldung bei Matthias Görner, nach Möglichkeit bis zum 15.10.2017 und freuen uns heute schon auf eine rege Teilnahme.

Erdlochgrillen auf dem Weingartener Heuberg – Ferienspaß mit der Bürgerbewegung

Bereits zum dritten Mal beteiligte sich die Bürgerbewegung dieses Jahr am Ferienspaßprogramm der Gemeinde Weingarten. Mit zwölf Kindern war erneut frühzeitig die maximale Teilnehmerzahl erreicht. Während wir im Premierenjahr noch mit dem Bus den Streuobsterlebnispfad in Sulzfeld besuchten entstand im Folgejahr die Idee eines ebenfalls naturnahen, aber örtlich geprägten Programms. Ein etwa knietiefes Loch, einige Bratwürste, Kartoffeln und Maiskolben – mehr bedurfte es nicht, um dem Thema gerecht zu werden. Über einige Stunden garten diese Zutaten unterhalb der Grasnarbe. Genug Zeit, um sowohl bekanntere Stellen wie den Dreieckigen Stein – die Gemarkungsgrenze der Gemeinden Weingarten, Jöhlingen und Grötzingen – als auch verstecktes Terrain wie die Bockshäldenhohl zu erkunden. Mit dem Erkennen einiger heimischer Baumarten zeigten die Kinder ihr Wissen über die hiesige Botanik, Geschick war beim Slackline-Wettbewerb gefragt, und der Besuch bei den Zwergponys begeisterte sogar die jungen männlichen Teilnehmer.

Für die Betreuer Catharina Dunkel, Matthias Görner und Philipp Reichert besteht kein Zweifel, auch im nächstes Jahr wieder zum Ferienspaßprogramm beizutragen.