Archiv des Autors: Catharina Dunkel

Politesspresso-mobil der WBB findet reges Interesse

Kirchplatzgestaltung, Sanierung der Jöhlinger Straße und mehr Schutz für die schwächeren Verkehrsteinehmer waren die Kernthemen des Politespressos, zu dem die WBB am Freitag, den 17. März auf den Kirchplatz eingeladen hatte. Während jedoch die Platzgestaltung mit der in Richtung Osten verschobenen Walzbachbühne allgemein auf Zustimmung stieß und sich auch die Infostandbesucher in der Forderung nach einer stärkeren Berücksichtigung der Interessen von Fußgängern, Kindern, Senioren und Radfahrern sowohl bei der Städteplanung als auch im Tagesgeschäft weitgehend einig waren löste die Frage der künftigen Gestaltung der Jöhlinger Straße einige muntere und kontroverse Diskussionen aus. Dies ist keineswegs verwunderlich, denn wie soll eine Straße, die vor über zweihundert Jahren für Fuhrwerke und Fußgänger dimensioniert und gebaut wurde sämtliche Funktionen der heutigen Zeit erfüllen? Über achttausend Fahrzeuge passieren heute täglich das Nadelöhr zwischen Bärentalweg und Rathausplatz, und alle Zeichen sprechen dafür dass diese Zahl in den kommenden Jahren durch die Erschließung neuer Baugebiete in den Nachbargemeinden eher steigen als sinken wird. Schon allein die Abwicklung der rund 1600 Meter langen Baustelle wird eine logistische Herausforderung darstellen, denn trotz der laufenden Bauarbeiten müssen die Bewohner durchgehend ihre Grundstücke erreichen können, Rettungswege frei bleiben, müssen die landwirtschaftliche Siedlungen anfahrbar sein und Behelfszufahrten geschaffen werden. Diese Aufgaben erscheinen jedoch einfach im Vergleich zur Austarierung und Abwägung der nicht immer gleichartigen Interessen der Anwohner, legen doch die ortsauswärts lebenden Straßenanrainer eher Wert auf eine zügige Verbindung in die Ortsmitte während die nahe am Ortskern Wohnenden sich um ihre Ruhe und um die Sicherheit ihrer Kinder und der älteren Menschen  sorgen. Auch die Frage des Parkens im öffentlichen Raum wird für einigen Zündstoff sorgen, denn wie soll man den Anwohnern der Jöhlinger Straße erklären dass sie nicht vor der Tür parken dürfen während gleichzeitig flächendecken im übrigen Ort die Bürgersteige vereinnahmt werden? Und nicht zuletzt wird die Sraßenverkehrsbehörde es nicht versäumen, auf die Durchgangsfunktion der Jöhlinger Straße als Landstraße zu verweisen und die allseits gewünschten Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung an Bedingungen und Auflagen knüpfen. Es wird also noch viel Wasser den Walzbach hinab fließen bis aus der bis dato durchgeführten Bestandserhebung und Zielformulierung ein endgültiges Planungskonzept geworden ist. Nicht vergessen sollte man trotz aller verschiedenen Interessen jedoch zwei Dinge nicht: Dass die Gemeinde sich der schwierigen Aufgabe der Generalsanierung nicht zuletzt im allgemeinen Interesse stellt und dass der Ausbau der Jöhlinger Straße in der jetzigen Form eine historische Fehlentscheidung vor über vierzig Jahren war, für deren Korrektur bis heute keine Lösung zu finden war.

Das war richtig gut!

Es ist ein sinnvolles und zugleich ungeschriebenes Gesetz, dass sich Gemeinderäte auf Bürgerversammlungen nicht zu Wort melden und dass die zur Verfügung stehende Zeit somit ganz dem Dialog zwischen dem Chef der Verwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern einer Gemeinde gehört. Doch auch ohne die Möglichkeit der Diskussion (die ja in den Gemeinderats- und Ausschusssitzungen durchaus lebhaft geführt wird) bietet eine Bürgerversammlung den gewählten Mitgliedern des Gemeinderates eine nicht gerade häufige und gleichzeitig sehr interessante Chance, den Gedankenaustausch zwischen dem Bürgermeister und den Einwohnern einer Gemeinde in aller Entspanntheit mitzuverfolgen und dabei besonders auf die atmosphärischen Dinge achten zu können.

 Das Fazit, das die WBB-Fraktion aus dem Abend des 08. Novembers in der Walzbachhalle zieht (und das auch aus den Äußerungen mancher Besucherinnen und Besucher zu hören war) sieht insgesamt recht positiv aus. Man erlebte einen Bürgermeister, der in sachlicher und offener Form und in einem angemessenen zeitlichen Rahmen die Fragestellungen und Aufgaben skizzierte, denen sich Verwaltung und Gemeinderat in diesen Tagen widmen und der erfreulicherweise in seinen Darstellungen auf die teils unangenehme Form des Selbstlobs verzichtete, von der die Bürgerversammlungen der Jahre um die Jahrtausendwende oftmals geprägt waren. Der Vortrag war klar und strukturiert, und besonders positiv registriert die WBB-Fraktion die Einladung zu einem Dialog und Gedankenaustausch, bei der keine Fragestellung unbeantwortet blieb und jede Polemik im Ansatz vermieden wurde. Und ganz entgegen der ursprünglichen Erwartungen gab es sogar für gut informierte Gemeinderäte noch interessante Neuigkeiten: Dass nämlich die Stadt Karlsruhe über den Nachbarschaftsverband ihren Umlandgemeinden gestatten möchte, über das Planungsinstrument des Flächennutzungsplans zusätzliche Wohnbauflächen zu erschließen, vorausgesetzt die Zahl der Bewohner der neuen Baugebiete liegt bei mindestens 100 Personen pro Hektar. Der Planungsspielraum für zusätzliche acht Hektar neue Wohnbaufläche soll unserer Gemeinde auf diesem Wege eröffnet werden, und die Frage lautet, ob diese unerwartete Perspektive als Fluch oder Segen empfunden werden wird. Denn schließlich gab es bislang im Gemeinderat und in der Verwaltung den Konsens, die Einwohnerzahl unserer Gemeinde bei 10.000 oder knapp darüber halten zu wollen. Die Option von Geschosswohnungsbau auf acht Hektar Gesamtfläche wird sicher nicht jedes Herz erfreuen, zumal in diesem Zusammenhang wieder einmal die „Breitwiesen“ ins Visier der Planungen geraten. Die vor uns liegenden Beratungen werden also durchaus spannend werden, eine Einladung an alle interessierten Einwohner unserer Gemeinde, diese in den vor uns liegenden Sitzungen mitzuverfolgen.

Matthias Görner 

Wer wird Wengerdär? Vielen Dank für die rege Teilnahme!

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Ich weiß, als ich ein Kind noch war,
es ist schon viele Jahre her,
da wollt´ ich werden, völlig klar
dereinst ein echter Millionär!

 

Ein Millionär, der konnte leben,
wie es ihm in den Sinn grad kam,
er konnt´ sich jeden Luxus geben,
und Geld verprassen ohne Scham.

 Konnt´ fliegen um die halbe Welt
und Kaviar löffeln ohne Ende,
ihn zwickte nie die Angst ums Geld,
spendabel waren seine Hände,

 er konnte jede Frau rumkriegen,
dinieren mit Brigitte Bardot,
bis abends faul im Bett rumliegen,
mit einer Flasche Veuve-Clicquot.

 Auf seiner Yacht in Saint-Tropez,
war Party bis zum frühen Morgen,
High Heels, und tiefe Decolletees,
ein Leben ohne Not und Sorgen.

 Doch ach, der Zahn der Inflation,
nagt an des Millionärs Dukaten,
die Mille –  ist heut Mindestlohn,
drum liebe Freunde lasst Euch raten:

Auch wenn es vielleicht scheint recht schwer –
werdet doch einfach Milliardär!

Der Milliardär kann wirklich leben,
frei, heiter und kommod,
kann unbeschwert sein Geld ausgeben,
und kennt wahrhaftig – keine Not.

Er fährt nicht selbst, lässt sich chauffieren,
genießt in Ruhe seine Macht,
lässt sich von Lässigkeit umzieren
und freut sich dass das Glück ihm lacht. 

Im edlen Club der Superreichen,
mit Oetker, Albrecht, Klatten, Quandt,
stellt still und leise er die Weichen,
und dirigieret unser Land.

 Er lebet unter Seinesgleichen
protzt nicht mit Luxus, Prunk und Schein,
kennt alle Mächtigen und Reichen,
und liebt es, sehr diskret zu sein.

Doch kann er wirklich glücklich leben
In Angst und Sorg um sein Depot?
Was soll das ganze eitle Streben,
Macht es ihn wirklich frei und froh?

Tagaus, tagein die Kurse checken,
und suchen nach der Strategie,
entscheiden, planen, Claims abstecken,
mal ehrlich – Ruhe hat der nie.

Drum pfeif ich auf den Milliardär –
Und bin viel lieber Wengerdär!

Wo König Eric klug regieret
und milde Spargel üppig sprießen
wo grüner Wald die Hügel zieret
kann man sein Lebensglück genießen.

Es grünen Auen, leuchten Wiesen
tief in der Sonne Sommerglut,
wer hier lebt, den kann nichts verdrießen,
der Wengerdär hat´s einfach gut.

 Man lebt im Schatten zweier Türme,
die friedlich beieinanderstehn,
so übersteht man Not und Stürme,
auch wenn sie noch so kräftig wehn.

Drum rat ich Euch, folgt meine Rufe,
und werdet auch ein Wengerdär,
erklimmt die höchste Daseinsstufe,
es ist wahrhaftig nicht so schwer.

Wie man das schafft – ich will´s Euch sagen,
es kann nichts Schlimmes Euch gescheh´n
stellt Euch den fünfundzwanzig Fragen,
sie sind nicht schwer – Ihr werdet sehn.

Greift nun zu Euren Schreibgeräten,
kreuzt jede Antwort richtig an,
los, los, wir woll´n uns nicht verspäten,
ein jeder zeige was er kann.

Wer wird WENGERDÄR?

Am 21. Oktober wird es spannend: Die WBB sucht den Wengerdär des Jahres 2016. Fünfundzwanzig Fragen gilt es möglichst richtig zu beantworten, um ins Finale einzuziehen, dann warten weitere zehn knifflige Aufgaben auf die Bestplatzierten. Natürlich dreht sich dabei alles um Weingarten, doch gesucht werden keine Heimatforscher, die ihre Freizeit in Archiven und Konvoluten verbringen, sondern Menschen, die ihr Wohnumfeld mit Interesse und offenen Augen betrachten. Außerdem: Wer noch nicht lange in Weingarten wohnt oder von weit her kommt startet mit wertvollen Bonuspunkten ins Rennen. Somit herrscht Chancengleichheit zwischen Alt- und Neubürgern, und die Sache wird richtig spannend.

logo_wengerdaerNatürlich ist das Ganze nicht völlig ernst zu nehmen, und daher kommen auch gute Laune, Kulinarisches, Begegnung und Stimmung nicht zu kurz. Blasmusik, Zwiwwelkuchen, Apfelmost und Wengerder Wein sorgen auf der ersten WBB-After-Wörk-Party für Wohlfühlatmosphäre nach einer arbeitsreichen Woche. Der einzige Knackpunkt: In den Saal des Heimatmuseums passen nur rund sechzig Personen.

Um besser planen zu können sind wir somit dankbar für eine Voranmeldung unter vorstand@wbb-weingarten.de oder telefonisch: 07244-4818 (Matthias Görner).

 

Flyer Wer wird WENGERDÄR